Die Formel für Wohlbefinden, Gesundheit und Attraktivität

von Manuela Veil / go4balance / 1. April 2017


Sie können sich die teuersten Cremes und Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Doch dass Sie sich gut fühlen in Ihrem Körper und er straff und gut aussieht und gesund bleibt, dafür ist Ihr Lebensstil von weit größerer Bedeutung.

 


Wie die Zellen des Körpers jung bleiben

Elizabeth Blackburn, Nobelpreisträgerin für Medizin, fand heraus und hat bewiesen, dass es von der „Frischhaltung“ der Erbsubstanz abhängt, wie schnell wir altern und wie das Erbgut in den Zellen unseres Körpers jung bleiben kann.

 


Die Genstrang-Enden - und IHr einfluss auf uns

Die Genstrang-Enden werden durch Kappen vor Abnutzung geschützt. Diese Kappen heißen Telomere. Elizabeth Blackburn vergleicht sie mit den plastikverstärkten Enden von Schnürsenkeln. Telomere sorgen dafür, daß sich die DNA-Bänder im Alltag nicht aufdröseln. Sie fand heraus, daß psychische Pein ebenso wie physische Fehlbelastung, schlechte Ernährung oder Gifte einen zersetzenden Einfluss auf die Schutzfunktion für die Gene hat.

 

Die ENtschlüsselung des Alterns

Es beschäftigte sie dann die Frage: Kann der Mensch angeschlagene Telomere wieder reparieren und somit einen Verjüngungseffekt erreichen? Ihr Forschungsfazit war: Schadwirkungen aus dem Alltag und Umwelt lassen sich verlangsamen oder gar umkehren. Verschieden Zellarten besitzen nämlich einen Selbsthilfe-Mechanismus- das Enzym Telomerase. Es kann menschliche Telomere wieder verlängern.

 

Somit ist es wichtig, dass wir einen Lebensstil finden, der die Telomerase zum Arbeiten anregt. 

Wir können heute, so schreibt Elizabeth Blackburn in ihrem neu erschienen Buch „Die Entschlüsselung des Alterns“, chronische Krankheiten zurückdrängen und „bis auf die Ebene der Zellen, unser lebenslanges Wohlbefinden verbessern“.

 

7 Bereiche, die unsere gefühltes Alter beeinflussen

Laut der Forscherin sind es 7 Bereiche in unserem Lebensstil, die unser „gefühltes Alter“ beeinflussen:

  • unsere Fähigkeit, mit Stress umzugehen
  • bei Betroffenen eine konsequente Behandlung psychischer Leiden
  • eine gesunde und ausgewogene Ernährung
  • ein kontinuierliches Bewegungs-/Sportpensum
  • soziale Unterstützung und stabile Beziehungen
  • ausreichend Schlaf von mindestens sieben Stunden
  • die Vermeidung von Giften wie Alkohol, Nikotin und Umweltschadstoffen

Entscheidend ist: Gesundheit wächst ganzheitlich. 

 

Stress reduzieren - Ziele setzen, die erreichbar sind

Es wurde wissenschaftlich bewiesen durch die Begleitung von Tausenden von Freiwilligen: Je mehr „gesunde“ Verhaltensweisen die Probanden an den Tag legten, umso später wurden sie von Altersleiden heimgesucht. Bis zu einem Dutzend Jahre konnten sie das Altern verlangsamen.

Ein sehr schädlicher Faktor ist Stress. Denn das Stresshormon Cortisol greift bis in die tiefsten Ebenen der Zelle ein. Es verhindert die Reparatur der Telomere. 

 

Es ist daher wichtig, ein soziales Umfeld, einen Lebensstil zu schaffen, der negativen Stress reduziert. Das Gefühl, Macht über sein Leben und seine Gesundheit zu haben, sich nicht ausgeliefert fühlen, reduziert Stress. Daher sollte man sich auch Ziele setzen, die erreichbar sind – wenngleich Anstrengung erforderlich ist.

 

Königsdisziplin: Sport

Als „Königsdisziplin“ unter den Sieben bezeichnet die Forscherin die Ausübung von Sport. Sport ist ein gutes Mittel gegen Stress. Regelmäßiges Training bremst den Schrumpfungsprozess der Telomere. Es wurde bei einem sechs Monate dauernden Versuch, durchgeführt durch die Kardiologen Ulrich Laufs und Christian Werner am Universitätsklinikum des Saarlandes, festgestellt, dass „in den weißen Blutkörperchen der Ausdauer- und Intervallsportler die Telomerase doppelt so aktiv war wie bei Nichtsportlern“.

 

"Younger: a Breakthrough Program"

Sara Gottfried, Autorin von „Younger: A Breakthrough Program to reset your genes, reverse aging, and turn back the clock 10 years” schreibt in ihrem Buch, dass jugendlich aussehende Haut viel zu tun hat mit “myokines”, einem Protein, dass durch arbeitende Muskeln produziert wird. Sie nennt in ihrem Buch auch weitere positive Effekte:

  • Verbesserung des Schlafs, der wiederum Tausende von Genen reguliert 
  • Reduzierung des Risikos von Diabetes und Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Stärkung der Knochen und Prävention gegen Osteoporose
  • Stimulation des Hippocampus*, der u.a. für das Erinnerungs- und Lernvermögen verantwortlich ist.
  • Fettverbrennung

 

Glückshormone und Zufriedenheit

Ich selbst, nicht Wissenschaftlerin aber regelmäßig Sport treibende Praktikerin, möchte hinzufügen, dass selbst mäßiger Sport enormen Einfluss hat auf das sofortige Wohlbefinden. Die Durchblutung wird angeregt, wodurch man sich wacher und fitter fühlt. Die Produktion von Serotonin (Glückshormon) wird angeregt, wodurch man sich ausgeglichener und zufriedener und glücklicher fühlt. Das Wissen um diesen Effekt motiviert mich persönlich, morgens meine Laufschuhe anzuziehen und in den Wald zu gehen zum Joggen. Dabei hat der Wald selbst übrigens auch eine beruhigende und stresslindernde Wirkung.

 

Fazit: Es lohnt sich für jeden, seinen Lebensstil zu überdenken

Fazit: Es lohnt sich für jeden, seinen Lebensstil zu überdenken, zu optimieren und sich hierfür, wenn nötig, professionelle, ganzheitliche Unterstützung zu suchen. 

 

„Ganzheitlich“ bedeutet, dass die mentale Ebene einbezogen wird, wenn es darum geht, körperliche Veränderungen zu erzielen. Denn Veränderungen beginnen im Kopf! Körper, Geist und Seele sind untrennbar. Wenn der Geist blockiert oder sich die Motivation nicht einstellt bzw. nicht erhalten lässt, dann sind nachhaltige, körperliche Veränderungen nicht möglich. Go4balance unterstützt ganzheitlich arbeitende Gesundheitsberater und Trainer dabei, Potenziale und Blockaden ihrer Kunden schnell zu erkennen und mit ihnen Lösungen zu finden, um ihre Gesundheitsziele dauerhaft zu erreichen. 

 

*Der Hippocampus ist ein Teil des Gehirns. Er befindet sich im inneren Rand des Temporallappens und ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems. (aus Wikipedia)

 

Quellen:

„Die Entschlüsselung des Alterns – Der Telomere Effekt“

von Elizabeth Blackburn und Elissa Epel

 

„Does Exercise reverse the effects of aging?“

Artikel von Leigh Weingus in mindbodygreen, 20.März 2017

 

“Die Formel für ein langes Leben”

Artikel im Stern vom 2. März 2017

 



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